Zum Hauptinhalt springen

Unterstützung im (drohenden) Burnout

Burnout - was ist das eigentlich?

Zu nur wenigen Gesundheitsthemen gibt es so viele Untersuchungen, Erklärungsansätze, Fachbücher, Selbsthilfebücher, Seminare, Hilfsangebote aber auch Verunsicherung wie zu diesem. Und die Antworten auf die Frage, was ein Burnout denn nun eigentlich ist, sind vergleichbar vielfältig. Auch in der Medizin und Psychologie. Die einen sagen, es sei eine Modediagnose, die anderen sagen, es sei eine (Erschöpfungs)-Depression.  

Mehrheitlich wird das Burnout als Syndrom bezeichnet. (Als Syndrom bezeichnet die Medizin ein zeitnahes bzw. gleichzeitiges Auftreten verschiedener Krankheits-Symptome ohne eine klar erkennbar zugrundeliegende körperliche Erkrankung oder Ursache). Denn: im wichtigsten, weltweit im Gesundheitswesen genutzten Instrument zur Diagnose und Klassifizierung von Erkrankungen (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, kurz ICD), herausgegeben von der Weltgesundheitsorganisation WHO kommt die Diagnose "Burnout" in der derzeit in Deutschland gültigen Version 10 (ICD10) nicht vor. Ein Burnout ist somit ganz offiziell keine Krankheit.

 

Ursachen

Ein Burnout ist ein schleichender Prozeß, der sich über Monate und Jahre hinweg entwickeln kann. Dies wird von den Betroffenen häufig jedoch erst im Nachhinein realisiert. Ein Burnout kann grundsätzlich immer dann auftreten, wenn Menschen sich über einen längeren Zeitraum chronisch überlastet fühlen. Die Auslöser liegen jedoch weder zwangsläufig noch ausschließlich im Berufsleben. Auch emotionale Überbeanspruchung kann zum Burnout führen, wie zum Beispiel als ausweglos empfundene Situationen, große Enttäuschungen oder ein empfundener Kontrollverlust über das eigene Leben. Zusammenfassend wird ein Burnout durch eine Kombination von äußeren und inneren Stressfaktoren ausgelöst.

 

Das Syndrom

Häufig zu beobachten sind unter anderem Konzentrationsstörungen, eine erhöhte Infektanfälligkeit, Ein- und Durchschlafstörungen, allgemeine Energie- und Antriebslosigkeit sowie Gereiztheit. Die Lust auf Freizeitaktivitäten und / oder körperliche Bewegung nimmt ab, der Stellenwert der Ernährung ebenso. Das Ruhebedürfnis nimmt zu bei gleichzeitiger Abnahme der Entspannungsfähigkeit. All dies wird meist noch als relativ harmlos empfunden, verbunden mit der Hoffnung, dass mit dem nächsten langen Wochenende oder Urlaub alles wieder gut wird. Nachfolgend einige Aussagen des persönliche Erlebens von Betroffen:

  • Das wesentliche, einheitlich auftretende Symptom ist eine zunehmende emotionale Erschöpfung (lasst mich doch alle in Ruhe, mir ist alles zu viel), verbunden mit

  • Nachlassender geistiger und damit auch beruflicher Leistungsfähigkeit: das Gedächtnis wird zum Sieb, die Anzahl der Post-Its auf dem Schreibtisch wird immer größer, ebenso die Anzahl der Selbstüberprüfungen 

  • Die Dicke der Nerven schrumpft vom Drahtseil zum Spinnenfaden; man fährt beim geringsten Anlass aus der Haut, ist verletztlich, schnell angreifbar und kann mit noch so sachlich vorgetragener Kritik kaum noch umgehen

  • Die Arbeitstage werden immer länger, weil man nicht alles (in der gewohnten Perfektion) erledigt bekommt, alles und jeden kontrollieren muß und die gefühlte Arbeitsbelastung ansteigt. Aber man MUSS man ja einen guten Job machen

  • "Ich muss" wird überhaupt zum geflügelten Wort

  • Pausen werden durchgearbeitet, Nahrungsaufnahme wird zur Nebensache

  • Das Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit wird immer größer, ebenso wie die Entfremdung von sich selbst

  • Stress und Überforderung überall: in der Arbeit, der Beziehung, im Freundeskreis, weil Aussenstehende all das nicht nachvollziehen können und man selbst auch nicht mehr einer der angenehmsten Zeitgenossen ist

  • Schuldgefühle und manchmal auch Scham über das "Versagen" breiten sich aus

  • Und dann macht oft auch noch der Körper Probleme: eine erhöhte Infektanfälligkeit, Herz-Kreislauf-, Haut-, Magen-, oder Rückenprobleme, Tinnitus, Hörstürze etc. um nur die häufigsten zu nennen 

Diese Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen, denn die Bandbreite von Burn-Out-Symptomen ist vielfältig, uneinheitlich die Psyche und / oder den Körper betreffend und in ihren Ausprägungen höchst individuell. 

Wenn Sie sich hier irgendwo wiedergefunden haben, wissen Sie das ohnehin...

 

Was tun?
Spätestens, wenn eine Regeneration Ihrer seelischen und geistigen Kräfte in Erholungsphasen nicht mehr möglich ist, oder der Erholungseffekt eines Urlaubs nur wenige Tage anhält, wird es Zeit innezuhalten und sich aktiv und bewusst auf zwei Ebenen um sich selbst zu kümmern:

  1. Lassen Sie die Ursachen von eventuell begleitend auftretenden körperlichen Beschwerden, zum Beispiel im Bereich des Bewegungsapparates, des Verdauungstraktes sowie kardiovaskuläre Symptome, Schwindel oder Ohrgeräusche unbedingt ärztlich abklären.

  2. Stellen Sie sich und Ihre Bedürfnisse endlich wieder in den Vordergrund und gönnen Sie sich kompetente Unterstützung zur Wiedererlangung Ihres seelischen Gleichgewichtes. 

Medikamente oder wiederholte kurze Krankschreibungen helfen nur begrenzt, denn sie dämpfen lediglich die Symptome, können aber an den Ursachen nichts ausrichten.  Denn auch wenn Sie das jetzt vielleicht nicht gerne lesen: unabhängig von äußeren Bedingungen, hat ein Burnout sehr viel mit Ihnen selbst, mit Ihrer Persönlichkeit zu tun. Dies zu verstehen und vor allem anzunehmen, ist schwierig und braucht Zeit. 

Ich hole Sie genau dort ab, wo Sie stehen. Gemeinsam

  • reflektieren wir Ihre Glaubenssätze, Antreiber, Verhaltensmuster und Ängste. Aber auch Ihre Ressourcen, welche Ihnen einen veränderten Umgang mit diesen dysfunktionalen Gedanken, Ängsten und Verhaltensweisen ermöglichen können

  • bringen wir Sie buchstäblich (wieder) in Bewegung

  • erinnern oder finden wir das, was Sie entspannt, glücklich und zufrieden macht

  • schauen wir uns Ihre Rahmenbedingungen an und entwickeln für Sie Handlungsoptionen für Ihre aktuelle Situation und und Perspektiven für die Zeit in 3, 6 oder 12 Monaten. Ich begleite Sie in dieser Zeit flexibel in dem Umfang, den Sie sich wünschen.

Das Ziel dieser Maßnahmen ist nicht, dass Sie ein anderer Mensch werden. Das Ziel ist Selbsterkenntnis, ein veränderter Umgang mit Belastungen und das Erlernen und Anwenden von Selbstfürsorge. 

Worum es geht, beschreibt das Gedicht "Autobiography in five Chapters" der amerikanischen Autorin Portia Nelson sehr anschaulich: 

Ich gehe eine Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Bürgersteig.
Ich falle hinein.

Ich bin verloren.
Ich bin ohne Hoffnung.
Es ist nicht meine Schuld.
Es dauert endlos, wieder hinauszukommen.

Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Bürgersteig.
Ich tue so als sähe ich es nicht.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein.
Aber es ist nicht meine Schuld.
Immer noch dauert es sehr lange herauszukommen.

Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Bürgersteig.
Ich sehe es.
Ich falle schon wieder hinein… aus Gewohnheit.
Meine Augen sind offen. Ich weiß, wo ich bin.
Es ist meine Schuld.
Ich komme sofort wieder heraus.

Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Bürgersteig.
Ich gehe darum herum.

Ich gehe eine andere Straße entlang.