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Stress ist ein Gefühl. In welchem Maße er als belastend empfunden wird, hängt wesentlich von unseren inneren Antreibern ab. Dies sind Glaubenssätze, Aufträge und Werte, die wir im Laufe unserer Erziehung übernommen oder im späteren Leben selbst entwickelt haben wie zum Beispiel: "Sei perfekt!" / "Mach es richtig!" / "Streng dich an!" / "Mach es allen recht!" / "Kümmere Dich!" / "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!". Entscheidend für das Empfinden und den Umgang mit äußerem Stress ist, in welchem Maße diese Glaubenssätze auf uns einwirken. Glaubenssätze sind nicht zwangsläufig als negativ zu bewerten. Sie stehen auch für persönliche Kompetenzen wie genaues und präzises Arbeiten (Sei perfekt!), Durchhaltevermögen und Leistungsbereitschaft (Streng dich an!), Effizienz (Beeil dich!), Einfühlungsvermögen und Hilfsbereitschaft (Mach es allen recht!).

Sind diese Antreiber sehr stark ausgeprägt, führt das zu einem sehr hohen Anspruch an sich selbst. Fehler werden als persönliches Versagen empfunden, Delegation von Aufgaben gelingt kaum, der Wunsch nach Anerkennung führt zu Selbstausbeutung.

 

Chronischer Stress entsteht aus der Kombination von hohem Selbstanspruch und  längerfristiger Überlastung. Verhindern dazu Freizeitstress, Reizüberflutung durch Medien und ständige Erreichbarkeit die dringend benötigte Erholung von Körper, Geist und Seele, kann dies mittel- bis langfristig in eine tiefe emotionale Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit führen, dem Burnout.

 

Ein Burnout ist ein schleichender Prozeß, der sich über Monate und Jahre hinweg entwickeln kann. Dies wird von den Betroffenen häufig jedoch erst im Nachhinein realisiert. Ein Burnout kann grundsätzlich immer dann auftreten, wenn Menschen sich über einen längeren Zeitraum chronisch überlastet fühlen. Die Auslöser liegen jedoch weder zwangsläufig noch ausschließlich im Berufsleben. Auch emotionale Überbeanspruchung kann zum Burnout führen, wie zum Beispiel als ausweglos empfundene Situationen, große Enttäuschungen oder ein empfundener Kontrollverlust über das eigene Leben. Zusammenfassend wird ein Burnout durch eine Kombination von äußeren und inneren Stressfaktoren ausgelöst.

Häufig zu beobachten sind unter anderem Konzentrationsstörungen, eine erhöhte Infektanfälligkeit, Ein- und Durchschlafstörungen, allgemeine Energie- und Antriebslosigkeit sowie Gereiztheit. Die Lust auf Freizeitaktivitäten und / oder körperliche Bewegung nimmt ab, der Stellenwert der Ernährung ebenso. Das Ruhebedürfnis nimmt zu bei gleichzeitiger Abnahme der Entspannungsfähigkeit. All dies wird meist noch als relativ harmlos empfunden, verbunden mit der Hoffnung, dass mit dem nächsten langen Wochenende oder Urlaub alles wieder gut wird. 

  • Die Erschöpfung wird immer größer "lasst mich doch alle in Ruhe, mir ist alles zu viel", eine depressive Grundstimmung entsteht mit einem "Gefühl der Gefühllosigkeit"

  • Das Gedächtnis wird zum Sieb, die Anzahl der Post-Its auf dem Schreibtisch wird immer größer

  • Die Dicke der Nerven schrumpft vom Drahtseil zum Spinnenfaden; man fährt beim geringsten Anlass aus der Haut, ist verletztlich, schnell angreifbar und kann mit noch so sachlich vorgetragener Kritik kaum noch umgehen

  • Die Arbeitstage werden immer länger, weil man nicht alles (in der gewohnten Perfektion) erledigigen kann und die gefühlte Arbeitsbelastung ansteigt. Aber man MUSS man ja einen guten Job machen

  • "Ich muss" wird überhaupt zum geflügelten Wort

  • Pausen werden durchgearbeitet, Nahrungsaufnahme wird zur Nebensache

  • Das Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit wird immer größer, ebenso wie die Entfremdung von sich selbst

  • Stress und Überforderung überall: in der Arbeit, der Beziehung, im Freundeskreis, weil Aussenstehende all das nicht nachvollziehen können und man selbst auch nicht mehr einer der angenehmsten Zeitgenossen ist

  • Schuldgefühle und manchmal auch Scham über das "Versagen" breiten sich aus

  • Und dann macht oft auch noch der Körper Probleme: eine erhöhte Infektanfälligkeit, Herz-Kreislauf-, Haut-, Magen-, oder Rückenprobleme, Tinnitus, Hörstürze etc.

Diese Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen, denn die Bandbreite von Burnout-Symptomen ist vielfältig, uneinheitlich die Psyche und / oder den Körper betreffend und in ihren Ausprägungen höchst individuell. 

Wenn Sie sich hier irgendwo wiedergefunden haben, wissen Sie das ohnehin...

Medikamente oder wiederholte kurze Krankschreibungen helfen nur begrenzt, denn sie dämpfen lediglich die Symptome, können aber an den Ursachen nichts ausrichten.  

Was also tun?
Spätestens, wenn eine Regeneration Ihrer seelischen und geistigen Kräfte in Erholungsphasen nicht mehr möglich ist, oder der Erholungseffekt eines Urlaubs nur wenige Tage anhält, wird es Zeit innezuhalten und sich aktiv auf zwei Ebenen um sich selbst zu kümmern:

  1. Lassen Sie die Ursachen von körperlichen Beschwerden, zum Beispiel im Bereich des Bewegungsapparates, des Verdauungstraktes sowie kardiovaskuläre Symptome, Schwindel oder Ohrgeräusche ärztlich abklären.

  2. Stellen Sie sich und Ihre Bedürfnisse endlich wieder in den Vordergrund. Denn auch wenn Sie das jetzt vielleicht nicht gerne lesen: unabhängig von äußeren Bedingungen, hat ein Burnout sehr viel mit Ihnen selbst tun. Dies zu verstehen und vor allem anzunehmen, ist manchmal schwierig und braucht Zeit. Darum hole ich Sie genau da ab, wo Sie stehen:

    Gemeinsam

  • reflektieren wir Ihre Glaubenssätze und Verhaltensmuster. Aber auch Ihre Ressourcen, welche Ihnen einen veränderten Umgang mit dysfunktionalen Gedanken und Verhaltensweisen ermöglichen können
  • schauen wir auf Ihre Wünsche, Ziele und Bedürfnisse - das, was Sie entspannt, gelassen und zufrieden macht

  • beschäftigen wir uns mit den Rahmenbedingungen in Ihrem privaten und Arbeits-Umfeld
  • erarbeiten wir - sofern gewünscht - ergänzend zur therapeutischen Begleitung ganz konkrete Schritte zur Verbesserung Ihrer beruflichen Situation. Denn alle Theorie ist grau, wenn Sie im Alltag mit Zeitdruck, Arbeitsüberlastung, Überstunden oder den vielfältigen und oft widersprüchlichen Anforderungen im Projektgeschäft oder als Führungskraft umgehen müssen. Hier berate ich Sie gerne auf Basis meiner langjährigen beruflichen Erfahrung im Projektmanagement und der Führung von Mitarbeitern.

Zu guter Letzt entwickeln wir Perspektiven für die Zeit in 3, 6 oder 12 Monaten. In dieser Zeit begleite ich Sie gerne weiter. Flexibel und in dem Umfang, den Sie sich wünschen.

Das Ziel dieser Maßnahmen ist nicht, dass Sie ein anderer Mensch werden. Das Ziel ist Selbsterkenntnis, ein angemessener Umgang mit Ihren Rahmenbedingungen, Belastungen und das Erlernen und Anwenden von Selbstfürsorge und nicht zuletzt der Erhalt Ihrer Arbeitsfähigkeit.